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Publiziert: 14 Juni 2017 – 11:34

Bosch: Gute Wachstumsperspektive in Russland und Wunsch nach Sanktionsabbau

Das deutsche Traditionsunternehmen Bosch ist zufrieden mit den Ergebnissen seiner Aktivitäten in Russland. Es will sein Engagement fortsetzen und hofft auf bessere Wirtschaftsaussichten nach der Krise. Geschäftsführer Uwe Raschke wünscht von der Politik mehr Chancen als Sanktionen.

Quelle: de.sputniknews.com

Für das Unternehmen Bosch war das Jahr 2016 in Russland zufriedenstellend. Das große Land habe sicherlich langfristig gute Wachstumsaussichten, sagte Uwe Raschke, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, gegenüber Sputnik. Der Umsatz sei um 4,3 Prozent auf rund eine Milliarde Euro gestiegen, hieß es auf der jährlichen Pressekonferenz in der Bosch-Zentrale bei Moskau.

Als Bosch seine Investitionspläne vor etwa acht Jahren für Russland gemacht hat, hatte sich das international führende Technologie- und Dienstleistungsunternehmen auf ein sehr viel stärkeres Wachstum ausgerichtet. „Wir sind einige Jahre zurück in unserer Erwartung“, unterstrich Raschke im Gespräch. „Aber trotzdem, da die Wirtschaft jetzt wieder verbessert, sind wir durch diese Krise gut gekommen. “ Der Geschäftsführer bedauerte, dass die antirussischen Sanktionen sich negativ auf das Geschäft auswirken. Kein Unternehmen sei an politischen Spannungen interessiert.

Die Strategie von Bosch sehe derzeit keine kurzfristigen Investitionen für den russischen Markt vor, so Raschke. Als das neue Werk in Samara von Bosch eröffnet wurde, sei das Unternehmen von viel höheren Produktionszahlen der russischen Automobilindustrie ausgegangen. Die Branche erlebe heute eine Krise und das Werk habe freie Kapazitäten.

Generell investieren wir gerne in große Länder mit guten Wachstumsaussichten. Russland ist ein großes Land und hat sicherlich langfristig gute Wachstumsaussichten. Was wir uns wünschen, wäre mehr Mittelstand in Russland zu haben, also, kleinere Firmen, die uns als Lieferanten bedienen können
Bosch

Als Hauptgründe, weshalb Bosch nach Russland gekommen ist, nannte Raschke die große Anzahl von Menschen, die hier leben, sowie die große Anzahl von Haushalten und die Wachstumsperspektiven.

30 Prozent der von Bosch in Russland hergestellten Produkte, die die gesamte Palette des Unternehmens umfassen, werden in die europäischen Länder exportiert. Die Idee einer Freihandelszone zwischen der Europäischen Union und der Eurasischen Union hält Geschäftsführer Raschke für sehr begrüßenswert.

Bosch bietet in Russland Heizung und Kühlung, Sicherheitstechnik, Elektrowerkzeuge, BSH-Hausgeräte aus der eigenen Firma an. Insgesamt hat das Unternehmen elf Produktionsstätten in den russischen Regionen, darunter in Petersburg und Samara, die ein Produktions-Netzwerk bilden. Bosch ist seit 1904 in Russland tätig.